Hallo, ich bin Dierk Reymers seit 2001 Gärtnermeister und wie auch in der Historie ersichtlich habe ich 2003 in 5.er Generation den Gemüsebaubetrieb meines Vaters übernommen.

Was hat sich seitdem beim Anbau verändert warum machen wir kein Bio?

Warum bewirtschaften wir solch eine große Fläche?

Warum Monokultur?

Dazu möchte ich kurz etwas sagen:

In meiner Ausbildung zum Gärtnermeister habe ich viel über den Pflanzenbau gelernt. Mikroorganismen (Bakterien und Pilze) waren in meiner Ausbildung, Anfang der 2000er Jahre kein großes Thema. Tenor zu dieser Zeit war und ist teilweise immer noch, nach Justus von Liebig „der im Mangel vorhandene Nährstoff bestimmt das Ertragsniveau“. Das Fach „Pflanzenernährung“ welches ich auf der Meisterschule hatte, spiegelt schon in der Bezeichnung wider, worum es ging. Zitat meines damaligen Lehrers „Jeder Boden ist kulturfähig man muss ihm nur genügend Wasser und Nährstoffe zufügen“.

2014 kam jemand auf meinen Hof und wollte Mikroorganismen Präparate (alle mit Biozulassung) verkaufen. Das hat er glücklicherweise auch getan und damit begann mein Prozess des Umdenkens;

Es stellte sich damals heraus, dass diese Organismen das Pflanzenwachstum positiv beeinflussen und heute sind diese Helfer bei unserem Anbau nicht mehr wegzudenken. Der Düngereinsatz ist um mindestens 20% zurückgegangen ebenso verzichten wir kurz vor der Ernte auf synthetische Pflanzenschutzmittel um ein möglichst Rückstandsfreies Produkt sicherzustellen. Dies ist ebenfalls das Werk dieser Organismen. Außerdem stellte sich heraus das unser Gemüse durch den Einsatz dieser Organismen und anderen Maßnahmen, die ich hier noch vorstellen werde, in die Lage versetzt wird wieder genügend Mineralien aufzunehmen, welche nach dem Verzehr dem Menschlichen Körper zur Verfügung stehen.

Mein Ziel war es immer und wird es immer bleiben; Gemüse mit vollem Gehalt zu produzieren, welches man wieder als Lebensmittel bezeichnen kann. Die Kunst dabei ist es, das Ganze zu einem möglichst guten Kosten-Nutzen Verhältnis in Deutschland betreiben zu können. Leider steht die Landwirtschaft unter enormen Kostendruck und die Ernte ist immer noch aufwendige Handarbeit, daher sind wir, um wirtschaftlich zu arbeiten auf Monokulturen, die es durch Spezialtechnik ermöglichten, Arbeitsabläufe zu optimieren (z.B.: Einsatz eines Roboters zur mechanischen Unkrautregulierung) angewiesen. Damit sich diese teure Spezialtechnik rentiert ist eine etwas größere Anbaufläche dringend notwendig.

Wir sind im Anbau nach „QS Qualität und Sicherheit“ Zertifiziert. Dieses Audit ist sehr umfangreich. Im Bioanbau ist die Reglementierung noch stärker. Jedes Biologische Pflanzenschutzmittel und Dünger müssen eine Zulassung des entsprechenden Verbands haben und sind sehr teuer. Ich kann z.B. im Notfall, wenn eine Pflanze in ihrer Versorgung aus dem Gleichgewicht gerät durch den Zugriff auf die volle Palette an zugelassenen Blattdüngern und Pflanzenschutzmittel den Verlust dieser Pflanzen effektiv verhindern. Darauf möchte ich nicht Verzichten und in meinen Entscheidungsprozessen frei bleiben. Da Pflanzenschutzmittel aber grundsätzlich absolut zurecht von euch abgelehnt werden und einen starken Eingriff in das Leben meiner Helfer der Mikroorganismen bedeutet, reduzieren wir den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln auf das nötigste. Was wir sonst noch bewirken, um gutes Gemüse zu Produzieren und den Boden wieder fit zu machen werde ich hier im weiteren Jahr berichten.

Schaut also wieder vorbei!

Bis bald euer Dierk