Moin! In unserem heutigen Blogbeitragt hat unser Azubi Marko euch erklärt, inwiefern wir unser Düngeverfahren für die Ernte 2022 Umstellen. Super interessant und schön geschrieben. Danke Marko.

Und nun, viel Spaß beim lesen.

"Wir stellen unser Düngeverfahren um – Schritt für Schritt zur Nachhaltigkeit

Als Gemüsegärtner haben wir eine besonders enge Verbindung zu unseren Böden, denn sie bilden die Grundlage für das leckere Gemüse, das am Ende einer langen Produktionskette auf Ihren Tellern landet. Um mit unserer Arbeitsgrundlage in Zukunft schonender umzugehen und einen Beitrag zum Umweltschutz zu leisten, haben wir uns dazu entschlossen, ein neues und vielversprechendes Düngeverfahren einzuführen: Das CULTAN-Verfahren. CULTAN steht dabei für Controlled Uptake Long Term Ammonium Nutrition.

Was auf den ersten Blick kompliziert klingt, bedeutet im Grunde, dass wir unseren Pflanzen den Stickstoff, den sie zum Wachsen benötigen, in einem kleinen Depot im Boden zur Verfügung stellen, von dem aus sie sich während ihres gesamten Wachstums ernähren können.

Für alle Beteiligten hat dieses Verfahren Vorteile: Der Boden wird nun nicht mehr großflächig mit Stickstoffdünger bestreut. Dadurch kann er sich erst einmal wieder erholen und die Mikrobiologie, die für ein gutes Pflanzenwachstum unverzichtbar ist, kann sich wieder aufbauen. Außerdem bedeutet CULTAN, dass praktisch keine Nitratauswaschung mehr in das Grundwasser stattfindet – alles, was gedüngt wird, landet schlussendlich auch in der Pflanze. Die Pflanzen sind insgesamt gesünder, bilden mehr Wurzeln aus und müssen daher auch erheblich weniger bewässert werden. Die deutlich kräftigeren Pflanzen müssen wir dann auch weniger mit Pflanzenschutzmitteln behandeln, denn sie sind nicht mehr so anfällig für Krankheiten. Letztendlich können wir durch das neue Verfahren den Dünger, den wir bisher für verkaufsfähiges Gemüse aufwenden mussten, massiv reduzieren – um 30 Prozent! Das Endprodukt – der Salat, Kohl oder Kürbis – zeichnet sich außerdem durch einen geringeren Nitratanteil aus, ist also qualitativ hochwertiger, und wird deutlich intensiver schmecken (wir haben es schon probiert!)."